Unter Open Source Software (OSS) versteht man Software, die für jedermann frei und kostenlos verfügbar ist. Die Software darf von jedermann genutzt und beliebig weiterverteilt werden. Der Quellcode der Software muß verfügbar sein, oder es muß ersichtlich sein von welcher Quelle der Sourcecode kostenlos bezogen werden kann. Das weltweit größte Archiv von OSS befindet sich bei SourceForge.net mit aktuell über 50.000 Projekten aus allen Softwarebereichen.
Alles legal
Alles kostenlos

Die Software-Sammlung manch eines PC-Benutzers, privat oder im Unternehmen, schreit geradezu nach dem Staatsanwalt: Das Office-Paket vom Kollegen gebrannt, den Acrobat Writer aus dem Netz gesaugt, Adobes Photoshop "auf der Arbeit" kopiert – Alltag auf deutschen Desktops.

Viele Nutzer verdrängen es gern, doch Raubkopieren ist eine Straftat. Rechner beschlagnahmen, Strafverfahren eröffnen ist das Standardvorgehen der Staatsanwaltschaft. Wer auffliegt, darf sich schon mal auf eine längere Schaffenspause einstellen.

Ist die Polizei endlich abgerückt, klingeln die Programmhersteller an der Tür. Und fordern Lizenzgebühren nach. 10.000 Euro kommen da schnell zusammen.

Dieses als auch der wachsende Druck auf die IT Verantwortlichen sich aus der Abhängigkeit der IT-Hersteller zu lösen haben zu einem Boom im OSS Bereich geführt. Bekannte OSS Vertreter sind etwa auszugsweise das Betriebssystem Linux, das Datenbanksystem MySQL, das Content Management System Mambo OS, das eCommerce Shopping System osCommerce, das Windows-Unix Connectivity System Samba als auch der Marktführer im Bereich Webserver Apache.

Der frei verfügbare Quellcode der Open Source Software darf von jedermann gelesen und modifiziert werden. Open Source Software darf zu jedem beliebigen, auch kommerziellen, Zweck eingesetzt werden. Diese Offenheit gibt den Nutzern die Möglichkeit, aus dem Quellcode selbst zu lernen bzw. ihn an die persönlichen Bedürfnisse anzupassen. Die Software steht frei, d. h. kostenlos zur Verfügung. Es fallen für die Benutzer keine Lizenzkosten an. Sie darf in der Originalform bzw. modifizierten Form kopiert und weitergegeben werden. Die Freiheit der Software wird durch die entsprechenden Lizenzen geregelt bzw. gewahrt. OSS darf nicht mit jener Software verwechselt werden, die zwar kostenfrei verfügbar ist, aber nicht durch eigene Anpassungen und Ergänzungen modifiziert werden darf bzw. deren Lizenz es verbietet, sie zu kommerziellen Zwecken einzusetzen. Im Gegensatz zu Open Source Software steht proprietäre Software, die das Eigentum einer Person oder Organisation sind.
Lizenzmodelle für OSS Anwendungen

Es existiert eine ganze Reihe von unterschiedlichen Lizenzmodellen, die sich im Kern jedoch sehr ähneln. Das wichtigste und wohl bekannteste Lizenzierungsmodell ist die General Public License (GPL), das in der Free Software Foundation erarbeitet worden ist. Der Linux Kernel sowie ein Großteil aller Linuxanwendungen unterliegen der "GPL", einer Lizenz, die unter anderem die freie Verfügbarkeit und die Offenlegung des Quellcodes dieser Programme garantiert. Zur Absicherung, daß die Software auch in Zukunft frei bleibt, werden durch die GPL die Freiheiten und Bedingungen der Nutzung genau festgelegt. So ist u. a. festgelegt, das jede Anwendung für einen beliebigen Zweck zu nutzen. Es wird ferner ausdrücklich festgelegt, daß das Erstellen und die Verbreitung von Kopien des Quellcodes erlaubt ist.

Eine alternative Lizenzform stellt die GNU Lesser General Public License (LGPL) dar. Die Lizenz wurde ursprünglich unter dem Namen Library GPL entworfen. Die LGPL deckt sich in weiten Teilen mit den inhaltlichen Absichten der GPL. Das heißt, die Software bzw. Bibliotheken müssen frei kopierbar, verbreitbar und modifizierbar sein. Zudem muß der Quelltext, auch der von den modifizierten Versionen, verfügbar sein.

Die BSD Lizenz ist eines der ältesten freien Lizenzmodelle. Für die Verbreitung von modifizierten Unix-Versionen entwickelte die Berkeley Universität das Lizenz-Modell. Die BSD Lizenz erlaubt das freie Kopieren der Software mit oder ohne eigene Modifikationen als Quellcode und/oder Binaries unter gewissen Bedingungen. Die BSD-Lizenz beinhaltet keinerlei Einschränkungen für den Gebrauch und die Weiterverbreitung von Quellcode und Programmen. Einzig ein Copyright-Hinweis, die BSD-Lizenzbedingungen selbst und ein Garantieausschluss müssen der Anwendung beigelegt werden.